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      ELSTER (Zitate)


      • ELSTER (Zitate)
      Nicht jedes schlechte Gefühl ist ein Beweis dafür, dass du etwas falsch gemacht hast. - Du fühlst dich schuldig.
Unruhig.
Unsicher.
Vielleicht sogar egoistisch.

Das kann bedeuten, dass du etwas überprüfen möchtest.

Es kann aber auch etwas ganz anderes bedeuten.

Vielleicht hast du eine Grenze gesetzt, die jemand nicht gewohnt ist.
Vielleicht hast du widersprochen, obwohl Anpassung lange vertrauter war.
Vielleicht hast du eine Verantwortung dort gelassen, wo sie hingehört.
Vielleicht reagiert ein anderer Mensch enttäuscht, ärgerlich oder verletzt auf deine Entscheidung.

Ein unangenehmes Gefühl ist zunächst ein Signal.

Es ist noch kein Urteil.

Gerade in schwierigen Beziehungsdynamiken können wir lernen, die Reaktion eines anderen Menschen sehr schnell in eine Aussage über uns selbst zu übersetzen:

Er ist enttäuscht – also war ich unfair.
Sie ist wütend – also habe ich etwas falsch gemacht.
Es gibt Streit – also hätte ich besser schweigen sollen.

ELSTER lädt dazu ein, an dieser Stelle genauer hinzusehen.

Was ist tatsächlich geschehen?
Wofür trägst du Verantwortung?
Wofür vielleicht nicht?
Was sagt dein Gefühl – und was lässt sich darüber hinaus beobachten?

Gefühle verdienen Aufmerksamkeit.

Sie brauchen nicht automatisch die Rolle eines Richters.

Bewusstwerdung schafft Wahl.
      Schuldgefühl ist kein zuverlässiger Kompass für Verantwortung. - Schuldgefühle können sinnvoll sein.

Sie können uns darauf aufmerksam machen, dass wir gegen eigene Werte gehandelt, jemanden verletzt oder Verantwortung nicht übernommen haben.

Doch Schuldgefühl und tatsächliche Verantwortung sind nicht dasselbe.

Du kannst dich schuldig fühlen, obwohl du nichts Unrechtes getan hast.

Zum Beispiel, wenn du:

eine Bitte ablehnst,
nicht erreichbar bist,
eine andere Meinung vertrittst,
eine Beziehung neu bewertest,
nicht länger ausgleichst, was ein anderer Mensch selbst tragen könnte,
oder deinem eigenen Bedürfnis ebenfalls Bedeutung gibst.

Besonders interessant wird es, wenn Schuld bereits auftaucht, bevor überhaupt geprüft wurde, wer wofür verantwortlich ist.

Dann lohnt sich eine zweite Navigationsebene.

Nicht nur:

„Fühle ich mich schuldig?“

sondern zusätzlich:

Was habe ich getan?
Welche Folgen hatte mein Verhalten?
Welche Handlungsmöglichkeiten hatte ich?
Welche Verantwortung gehört tatsächlich zu mir?
Welche Verantwortung versuche ich vielleicht zusätzlich zu übernehmen?

Ein innerer Kompass wird verlässlicher, wenn Gefühl, Beobachtung, Kontext und Verantwortung gemeinsam betrachtet werden.

ELSTER soll dabei keine Menschen beurteilen.

Es macht Dynamiken sichtbarer.
      Wer deine Grenze nicht mag, beweist damit nicht, dass deine Grenze falsch ist. - Grenzen verändern Beziehungen.

Manchmal kaum bemerkbar.

Manchmal sehr deutlich.

Ein Mensch, der bisher selbstverständlich Zugang zu deiner Zeit, Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft oder Verfügbarkeit hatte, kann auf eine neue Grenze irritiert reagieren.

Vielleicht mit Enttäuschung.
Vielleicht mit Diskussion.
Vielleicht mit Rückzug.
Vielleicht mit Ärger.

Diese Reaktion erzählt zunächst etwas darüber, wie die Veränderung bei diesem Menschen ankommt.

Sie beantwortet noch nicht die Frage, ob deine Grenze angemessen ist.

Auch Grenzen dürfen überprüft werden.

Sie können starr sein.
Unklar.
Unpassend.
Situativ zu eng oder zu weit.

Doch die Überprüfung sollte nicht allein davon abhängen, ob jemand anderes sie angenehm findet.

Hilfreicher können Fragen sein wie:

Was möchte ich mit dieser Grenze schützen oder ermöglichen?
Passt sie zur Situation?
Kommuniziere ich sie respektvoll?
Lasse ich auch die Perspektive des anderen bestehen?
Bleibt meine eigene Perspektive ebenfalls bestehen?

Eine Grenze ist keine Bewertung eines anderen Menschen.

Sie beschreibt, welcher Zugang für dich gerade möglich ist.
      Nähe ist kein uneingeschränkter Zugang zu dir. - Nähe kann bedeuten, dass wir viel voneinander wissen.

Dass wir Gedanken teilen.
Verletzlichkeit zeigen.
Zeit miteinander verbringen.
Uns anvertrauen.
Uns gegenseitig wichtig werden.

Doch selbst große Nähe hebt persönliche Grenzen nicht auf.

Ein Mensch kann dir nah sein und trotzdem nicht automatisch Anspruch haben auf:

jede Information,
jede Erklärung,
jede freie Minute,
jede Entscheidung,
deinen Körper,
deine Passwörter,
deine Gespräche mit anderen Menschen,
deine Gedanken,
deine ständige Erreichbarkeit.

Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass zwei Menschen keine Grenzen mehr besitzen.

Oft zeigt sich Vertrauen gerade darin, dass Nähe und Eigenständigkeit gleichzeitig bestehen dürfen.

Vielleicht ist deshalb eine interessante Beziehungsfrage:

Wie gehen wir miteinander um, wenn einer von uns etwas nicht teilen, nicht tun oder nicht erklären möchte?

Nähe zeigt sich nicht nur darin, wie viel Zugang wir bekommen.

Sie zeigt sich auch darin, wie wir mit den Grenzen dieses Zugangs umgehen.

      Nicht jedes schlechte Gefühl ist ein Beweis dafür, dass du etwas falsch gemacht hast. - Du fühlst dich schuldig.
Unruhig.
Unsicher.
Vielleicht sogar egoistisch.

Das kann bedeuten, dass du etwas überprüfen möchtest.

Es kann aber auch etwas ganz anderes bedeuten.

Vielleicht hast du eine Grenze gesetzt, die jemand nicht gewohnt ist.
Vielleicht hast du widersprochen, obwohl Anpassung lange vertrauter war.
Vielleicht hast du eine Verantwortung dort gelassen, wo sie hingehört.
Vielleicht reagiert ein anderer Mensch enttäuscht, ärgerlich oder verletzt auf deine Entscheidung.

Ein unangenehmes Gefühl ist zunächst ein Signal.

Es ist noch kein Urteil.

Gerade in schwierigen Beziehungsdynamiken können wir lernen, die Reaktion eines anderen Menschen sehr schnell in eine Aussage über uns selbst zu übersetzen:

Er ist enttäuscht – also war ich unfair.
Sie ist wütend – also habe ich etwas falsch gemacht.
Es gibt Streit – also hätte ich besser schweigen sollen.

ELSTER lädt dazu ein, an dieser Stelle genauer hinzusehen.

Was ist tatsächlich geschehen?
Wofür trägst du Verantwortung?
Wofür vielleicht nicht?
Was sagt dein Gefühl – und was lässt sich darüber hinaus beobachten?

Gefühle verdienen Aufmerksamkeit.

Sie brauchen nicht automatisch die Rolle eines Richters.

Bewusstwerdung schafft Wahl.
      Schuldgefühl ist kein zuverlässiger Kompass für Verantwortung. - Schuldgefühle können sinnvoll sein.

Sie können uns darauf aufmerksam machen, dass wir gegen eigene Werte gehandelt, jemanden verletzt oder Verantwortung nicht übernommen haben.

Doch Schuldgefühl und tatsächliche Verantwortung sind nicht dasselbe.

Du kannst dich schuldig fühlen, obwohl du nichts Unrechtes getan hast.

Zum Beispiel, wenn du:

eine Bitte ablehnst,
nicht erreichbar bist,
eine andere Meinung vertrittst,
eine Beziehung neu bewertest,
nicht länger ausgleichst, was ein anderer Mensch selbst tragen könnte,
oder deinem eigenen Bedürfnis ebenfalls Bedeutung gibst.

Besonders interessant wird es, wenn Schuld bereits auftaucht, bevor überhaupt geprüft wurde, wer wofür verantwortlich ist.

Dann lohnt sich eine zweite Navigationsebene.

Nicht nur:

„Fühle ich mich schuldig?“

sondern zusätzlich:

Was habe ich getan?
Welche Folgen hatte mein Verhalten?
Welche Handlungsmöglichkeiten hatte ich?
Welche Verantwortung gehört tatsächlich zu mir?
Welche Verantwortung versuche ich vielleicht zusätzlich zu übernehmen?

Ein innerer Kompass wird verlässlicher, wenn Gefühl, Beobachtung, Kontext und Verantwortung gemeinsam betrachtet werden.

ELSTER soll dabei keine Menschen beurteilen.

Es macht Dynamiken sichtbarer.
      Wer deine Grenze nicht mag, beweist damit nicht, dass deine Grenze falsch ist. - Grenzen verändern Beziehungen.

Manchmal kaum bemerkbar.

Manchmal sehr deutlich.

Ein Mensch, der bisher selbstverständlich Zugang zu deiner Zeit, Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft oder Verfügbarkeit hatte, kann auf eine neue Grenze irritiert reagieren.

Vielleicht mit Enttäuschung.
Vielleicht mit Diskussion.
Vielleicht mit Rückzug.
Vielleicht mit Ärger.

Diese Reaktion erzählt zunächst etwas darüber, wie die Veränderung bei diesem Menschen ankommt.

Sie beantwortet noch nicht die Frage, ob deine Grenze angemessen ist.

Auch Grenzen dürfen überprüft werden.

Sie können starr sein.
Unklar.
Unpassend.
Situativ zu eng oder zu weit.

Doch die Überprüfung sollte nicht allein davon abhängen, ob jemand anderes sie angenehm findet.

Hilfreicher können Fragen sein wie:

Was möchte ich mit dieser Grenze schützen oder ermöglichen?
Passt sie zur Situation?
Kommuniziere ich sie respektvoll?
Lasse ich auch die Perspektive des anderen bestehen?
Bleibt meine eigene Perspektive ebenfalls bestehen?

Eine Grenze ist keine Bewertung eines anderen Menschen.

Sie beschreibt, welcher Zugang für dich gerade möglich ist.
      Nähe ist kein uneingeschränkter Zugang zu dir. - Nähe kann bedeuten, dass wir viel voneinander wissen.

Dass wir Gedanken teilen.
Verletzlichkeit zeigen.
Zeit miteinander verbringen.
Uns anvertrauen.
Uns gegenseitig wichtig werden.

Doch selbst große Nähe hebt persönliche Grenzen nicht auf.

Ein Mensch kann dir nah sein und trotzdem nicht automatisch Anspruch haben auf:

jede Information,
jede Erklärung,
jede freie Minute,
jede Entscheidung,
deinen Körper,
deine Passwörter,
deine Gespräche mit anderen Menschen,
deine Gedanken,
deine ständige Erreichbarkeit.

Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass zwei Menschen keine Grenzen mehr besitzen.

Oft zeigt sich Vertrauen gerade darin, dass Nähe und Eigenständigkeit gleichzeitig bestehen dürfen.

Vielleicht ist deshalb eine interessante Beziehungsfrage:

Wie gehen wir miteinander um, wenn einer von uns etwas nicht teilen, nicht tun oder nicht erklären möchte?

Nähe zeigt sich nicht nur darin, wie viel Zugang wir bekommen.

Sie zeigt sich auch darin, wie wir mit den Grenzen dieses Zugangs umgehen.

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