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      ELAM: Expedition als Mensch (Zitate)


      • ELAM: Zitate
      Leben ist die Aneinanderreihung von Startpunkten. - Dieser Satz begleitet mich schon lange.

Vielleicht, weil ich nicht glaube, dass unser Leben aus einem großen Anfang, einem geraden Weg und irgendwann einem Ziel besteht.

Wir beginnen ständig neu.

Nach Erkenntnissen.
Nach Irrtümern.
Nach Begegnungen.
Nach Abschieden.
Nach Entscheidungen.
Nach Tagen, an denen scheinbar gar nichts passiert ist.

Manche Startpunkte wählen wir selbst.
Manche erkennen wir erst im Rückblick.
Manche fühlen sich zunächst sogar wie Endpunkte an.

Vielleicht ist genau das ein Teil des Menschseins:

nicht irgendwann „fertig“ anzukommen,
sondern immer wieder herauszufinden,

Von wo starte ich heute?

— Jacqueline Stroka

Leben ist die Aneinanderreihung von Startpunkten.
Eine neue Rubrik über VSP, die Nautik des Menschen, Expedition: Leben als Mensch – und über Gedanken, bei denen es vielleicht weniger um Antworten als um bessere Fragen geht.
      Verstehen vor Veränderung. - Viele Menschen beginnen dort, wo sie eigentlich erst später ankommen könnten:

bei der Frage, wie etwas endlich anders werden kann.

Wie werde ich gelassener?
Wie höre ich auf, so viel nachzudenken?
Wie werde ich konsequenter?
Wie kann ich dieses Verhalten ablegen?

Vielleicht lohnt sich davor eine andere Frage:

Was verstehe ich eigentlich über das, was hier geschieht?

Ein Verhalten entsteht selten im luftleeren Raum.

Es kann mit Erfahrungen verbunden sein.
Mit Bedeutungen.
Mit Erwartungen.
Mit früheren Lösungen.
Mit Schutz.
Mit Beziehungen.
Mit Situationen, in denen genau dieses Verhalten einmal hilfreich oder nachvollziehbar war.

Verstehen bedeutet dabei nicht, alles gutzuheißen.

Es bedeutet auch nicht, dass Veränderung unnötig wird.

Verstehen kann vielmehr sichtbar machen, woran du eigentlich etwas verändern möchtest.

Denn manchmal versuchen wir ein Verhalten zu beseitigen, obwohl wir seine Funktion noch gar nicht kennen.

Vielleicht braucht es deshalb nicht zuerst:

„Wie bekomme ich das weg?“

Sondern:

„Was versucht mir das zu zeigen?“

Verstehen vor Veränderung.

Nicht als Ausrede für Stillstand.

Sondern als Startpunkt für eine Veränderung, die nicht gegen dich gerichtet sein muss.

— Jacqueline Stroka
      Menschen brauchen Landkarten, keine Schubladen. - Wir mögen Erklärungen.

Sie geben Orientierung.
Sie machen etwas greifbarer.
Sie können erleichtern.

Schwierig wird es dort, wo aus einer Erklärung eine Festlegung wird.

„So bist du eben.“
„Das ist typisch für dich.“
„Du gehörst zu diesen Menschen.“

Eine Schublade verkleinert.

Eine Landkarte dagegen darf zeigen:

Hier könnte etwas wirken.
Hier könnte eine Geschichte liegen.
Hier könnte ein Muster sichtbar werden.
Hier könnten mehrere Wege möglich sein.

Eine gute Landkarte behauptet nicht, einen Menschen vollständig zu kennen.

Sie hilft dabei, genauer hinzusehen.

Denn ein Muster ist nicht der ganze Mensch.
Eine Reaktion ist nicht die ganze Persönlichkeit.
Eine Erklärung ist nicht die ganze Geschichte.

Vielleicht brauchen wir deshalb weniger Antworten auf die Frage:

„Was für ein Mensch ist das?“

und häufiger die Frage:

„Was könnte hier gerade wirken?“

Menschen brauchen Landkarten, keine Schubladen.

— Jacqueline Stroka
      Wissen über Menschen sollte ihre Möglichkeiten vergrößern, nicht ihre Identität verkleinern. - Psychologisches Wissen kann Orientierung geben.

Es kann Sprache für etwas schaffen, das vorher schwer greifbar war.
Es kann Zusammenhänge sichtbar machen.
Es kann helfen, sich selbst und andere differenzierter zu betrachten.

Doch Wissen kann auch eng werden.

Dann wird aus:

„Das könnte bei mir eine Rolle spielen.“

schnell:

„So bin ich.“

Aus einer Beschreibung wird Identität.
Aus einer Möglichkeit wird Gewissheit.
Aus einer Landkarte wird eine Grenze.

Vielleicht sollte gutes Wissen deshalb nicht nur erklären, was ein Mensch sein könnte.

Vielleicht sollte es vor allem sichtbar machen, was außerdem möglich ist.

Denn Menschen sind mehr als ihre Muster, Strategien, Erfahrungen und bisherigen Erklärungen.

Wissen über Menschen sollte ihre Möglichkeiten vergrößern, nicht ihre Identität verkleinern.

— Jacqueline Stroka
      Verhalten hat eine Geschichte. - Wir sehen häufig das Verhalten.

Den Rückzug.
Die Lautstärke.
Das Schweigen.
Die Anpassung.
Die Kontrolle.
Das Zögern.

Was wir nicht sofort sehen, ist der Weg dorthin.

Vielleicht gab es Situationen, in denen dieses Verhalten sinnvoll war.

Vielleicht hat es geschützt.
Zugehörigkeit erhalten.
Konflikte vermieden.
Orientierung geschaffen.
Etwas erträglicher gemacht.

Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten heute noch hilfreich ist.

Es bedeutet lediglich:

Das Sichtbare kann das Ende einer wesentlich längeren Geschichte sein.

Vielleicht verändert sich unser Blick auf Menschen, wenn wir neben der Frage

„Warum macht jemand das?“

auch fragen:

„Was könnte dazu geführt haben?“

Verhalten hat eine Geschichte.

— Jacqueline Stroka
      Manche Gewohnheit ist eine alte Antwort auf eine längst veränderte Frage. - Gewohnheiten wirken häufig selbstverständlich.

„So mache ich das eben.“

Doch manche von ihnen entstanden nicht zufällig.

Vielleicht war die damalige Frage:

Wie bleibe ich sicher?
Wie gehöre ich dazu?
Wie vermeide ich Streit?
Wie behalte ich Kontrolle?
Wie werde ich nicht übersehen?

Eine bestimmte Antwort konnte damals erstaunlich sinnvoll sein.

Nur verändert sich das Leben.

Situationen verändern sich.
Menschen verändern sich.
Möglichkeiten verändern sich.

Die alte Antwort bleibt manchmal trotzdem bestehen.

Vielleicht lohnt es sich deshalb gelegentlich zu fragen:

Auf welche frühere Frage antworte ich heute noch?

Nicht, um das Alte abzuwerten.

Sondern um zu entdecken, ob die heutige Situation vielleicht eine andere Antwort erlaubt.

— Jacqueline Stroka

      Leben ist die Aneinanderreihung von Startpunkten. - Dieser Satz begleitet mich schon lange.

Vielleicht, weil ich nicht glaube, dass unser Leben aus einem großen Anfang, einem geraden Weg und irgendwann einem Ziel besteht.

Wir beginnen ständig neu.

Nach Erkenntnissen.
Nach Irrtümern.
Nach Begegnungen.
Nach Abschieden.
Nach Entscheidungen.
Nach Tagen, an denen scheinbar gar nichts passiert ist.

Manche Startpunkte wählen wir selbst.
Manche erkennen wir erst im Rückblick.
Manche fühlen sich zunächst sogar wie Endpunkte an.

Vielleicht ist genau das ein Teil des Menschseins:

nicht irgendwann „fertig“ anzukommen,
sondern immer wieder herauszufinden,

Von wo starte ich heute?

— Jacqueline Stroka

Leben ist die Aneinanderreihung von Startpunkten.
Eine neue Rubrik über VSP, die Nautik des Menschen, Expedition: Leben als Mensch – und über Gedanken, bei denen es vielleicht weniger um Antworten als um bessere Fragen geht.
      Verstehen vor Veränderung. - Viele Menschen beginnen dort, wo sie eigentlich erst später ankommen könnten:

bei der Frage, wie etwas endlich anders werden kann.

Wie werde ich gelassener?
Wie höre ich auf, so viel nachzudenken?
Wie werde ich konsequenter?
Wie kann ich dieses Verhalten ablegen?

Vielleicht lohnt sich davor eine andere Frage:

Was verstehe ich eigentlich über das, was hier geschieht?

Ein Verhalten entsteht selten im luftleeren Raum.

Es kann mit Erfahrungen verbunden sein.
Mit Bedeutungen.
Mit Erwartungen.
Mit früheren Lösungen.
Mit Schutz.
Mit Beziehungen.
Mit Situationen, in denen genau dieses Verhalten einmal hilfreich oder nachvollziehbar war.

Verstehen bedeutet dabei nicht, alles gutzuheißen.

Es bedeutet auch nicht, dass Veränderung unnötig wird.

Verstehen kann vielmehr sichtbar machen, woran du eigentlich etwas verändern möchtest.

Denn manchmal versuchen wir ein Verhalten zu beseitigen, obwohl wir seine Funktion noch gar nicht kennen.

Vielleicht braucht es deshalb nicht zuerst:

„Wie bekomme ich das weg?“

Sondern:

„Was versucht mir das zu zeigen?“

Verstehen vor Veränderung.

Nicht als Ausrede für Stillstand.

Sondern als Startpunkt für eine Veränderung, die nicht gegen dich gerichtet sein muss.

— Jacqueline Stroka
      Menschen brauchen Landkarten, keine Schubladen. - Wir mögen Erklärungen.

Sie geben Orientierung.
Sie machen etwas greifbarer.
Sie können erleichtern.

Schwierig wird es dort, wo aus einer Erklärung eine Festlegung wird.

„So bist du eben.“
„Das ist typisch für dich.“
„Du gehörst zu diesen Menschen.“

Eine Schublade verkleinert.

Eine Landkarte dagegen darf zeigen:

Hier könnte etwas wirken.
Hier könnte eine Geschichte liegen.
Hier könnte ein Muster sichtbar werden.
Hier könnten mehrere Wege möglich sein.

Eine gute Landkarte behauptet nicht, einen Menschen vollständig zu kennen.

Sie hilft dabei, genauer hinzusehen.

Denn ein Muster ist nicht der ganze Mensch.
Eine Reaktion ist nicht die ganze Persönlichkeit.
Eine Erklärung ist nicht die ganze Geschichte.

Vielleicht brauchen wir deshalb weniger Antworten auf die Frage:

„Was für ein Mensch ist das?“

und häufiger die Frage:

„Was könnte hier gerade wirken?“

Menschen brauchen Landkarten, keine Schubladen.

— Jacqueline Stroka
      Wissen über Menschen sollte ihre Möglichkeiten vergrößern, nicht ihre Identität verkleinern. - Psychologisches Wissen kann Orientierung geben.

Es kann Sprache für etwas schaffen, das vorher schwer greifbar war.
Es kann Zusammenhänge sichtbar machen.
Es kann helfen, sich selbst und andere differenzierter zu betrachten.

Doch Wissen kann auch eng werden.

Dann wird aus:

„Das könnte bei mir eine Rolle spielen.“

schnell:

„So bin ich.“

Aus einer Beschreibung wird Identität.
Aus einer Möglichkeit wird Gewissheit.
Aus einer Landkarte wird eine Grenze.

Vielleicht sollte gutes Wissen deshalb nicht nur erklären, was ein Mensch sein könnte.

Vielleicht sollte es vor allem sichtbar machen, was außerdem möglich ist.

Denn Menschen sind mehr als ihre Muster, Strategien, Erfahrungen und bisherigen Erklärungen.

Wissen über Menschen sollte ihre Möglichkeiten vergrößern, nicht ihre Identität verkleinern.

— Jacqueline Stroka
      Verhalten hat eine Geschichte. - Wir sehen häufig das Verhalten.

Den Rückzug.
Die Lautstärke.
Das Schweigen.
Die Anpassung.
Die Kontrolle.
Das Zögern.

Was wir nicht sofort sehen, ist der Weg dorthin.

Vielleicht gab es Situationen, in denen dieses Verhalten sinnvoll war.

Vielleicht hat es geschützt.
Zugehörigkeit erhalten.
Konflikte vermieden.
Orientierung geschaffen.
Etwas erträglicher gemacht.

Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten heute noch hilfreich ist.

Es bedeutet lediglich:

Das Sichtbare kann das Ende einer wesentlich längeren Geschichte sein.

Vielleicht verändert sich unser Blick auf Menschen, wenn wir neben der Frage

„Warum macht jemand das?“

auch fragen:

„Was könnte dazu geführt haben?“

Verhalten hat eine Geschichte.

— Jacqueline Stroka
      Manche Gewohnheit ist eine alte Antwort auf eine längst veränderte Frage. - Gewohnheiten wirken häufig selbstverständlich.

„So mache ich das eben.“

Doch manche von ihnen entstanden nicht zufällig.

Vielleicht war die damalige Frage:

Wie bleibe ich sicher?
Wie gehöre ich dazu?
Wie vermeide ich Streit?
Wie behalte ich Kontrolle?
Wie werde ich nicht übersehen?

Eine bestimmte Antwort konnte damals erstaunlich sinnvoll sein.

Nur verändert sich das Leben.

Situationen verändern sich.
Menschen verändern sich.
Möglichkeiten verändern sich.

Die alte Antwort bleibt manchmal trotzdem bestehen.

Vielleicht lohnt es sich deshalb gelegentlich zu fragen:

Auf welche frühere Frage antworte ich heute noch?

Nicht, um das Alte abzuwerten.

Sondern um zu entdecken, ob die heutige Situation vielleicht eine andere Antwort erlaubt.

— Jacqueline Stroka

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